Tag 1
Frankfurt – Detroit – Las Vegas
Sonntag
morgens um 5 Uhr aufzustehen ist nicht einmal dann angenehm, wenn man in den
Urlaub fliegt. Aber da der einzig freie und vor allem bezahlbare Flug von
Frankfurt aus ging, hieß es erst einmal Autobahn fahren statt fliegen.
2 ½ Stunden
vor Abflug waren wir dann glücklicherweise auch schon in Frankfurt und die
Schlange vor dem Schalter bereits relativ lang. Die nette blonde Dame von
Northwest stellte die üblichen dämlichen Fragen (nein ich habe keine Handgranate
im Gepäck und Osama hat mit kein Geschenk für Georgie mitgegeben). Mit Bepper
auf dem Pass also weiter zum Schalter – alle Plätze reserviert, wir sitzen 5
Reihen auseinander, na bravo. Da man uns am Schalter auf lange Wartezeiten an
der Kontrolle hingewiesen hatte, gingen wir bereits 2 Stunden vorher durch die
Kontrolle, die eigentlich nicht mal 10 Minuten dauerte. Aber dann ging’s los,
denn man musste unser Handgepäck und uns nicht nur einmal durchsuchen, nein sage
und schreibe 3 mal. Deutsche Gründlichkeit würde ich das nennen. Kurz vor dem
Einchecken konnten wir dann dank einer französisch sprechenden Amerikanerin und
einem Kreistausch doch noch 2 Plätze nebeneinander ergattern. Im Flieger hab ich
dann wieder für mich festgestellt, dass ich mir gut vorstellen könnte, als
Japanerin wiedergeboren zu werden...dann würden meine Knie wenigstens nicht mehr
am Vordersitz klemmen und ich hätte keine leicht klaustrophobischen
Anwandlungen. Immerhin gab’s das Personal Entertainment System, das zum
Hochfahren länger braucht als Windows auf meinem uralten Laptop und sich öfter
aufhängt als mein Outlook. 12 Stunden Flug, The Terminal, 20 mal Tetris und 2 h
J-Pop später landeten wir mit ausgefüllter grüner Karte in Detroit. Hier beginnt
nun das Abenteuer Einreise eines bösen Europäers in das gelobte Land. 4
Kontrollen inklusive Scanner, 2 Fingerabdrücke und ein digitales Bild später
kamen wir gerade noch rechtzeitig zu unserem Anschlussflug. Selbstverständlich
mussten wir zwischendurch gleich noch den ersten Burger essen und bei Starbucks
vorbeischauen....
Und noch mal 4
Stunden Flug samt gesprächiger Blondine später endlich Anflug auf Las Vegas,
gute Sicht auf den Stratosphere Tower und jippieee....viva Las Vegas. Samt
komplettem Gepäck ging es nach der Landung gleich zu Alamo, unseren Mietwagen
abholen. Leider gab’s auf dem ganzen Parkplatz keinen einzigen SUV und es
dauerte schlappe anderthalb Stunden, bis unsere Plastikschüssel endlich
anrollte. Kurz gesagt amerikanisch – groß – viel Plastik – 3 Cup Holder und
einfach Chevy. Ein wenig genervt (vor allem von dem saukalten Wind, nichts mit
30 Grad) und ziemlich müde ging es dann zum Luxor Hotel ziemlich weit oben am
Strip. Mit ein bisschen Glück haben wir sogar ein Zimmer in der Pyramide
bekommen und fuhren mit dem besoffenen Aufzug in den 12. Stock. Mit Aussicht auf
das Imax Kino und die vielen kleinen Geschäfte in der Pyramide schleppten wir
uns ins Zimmer, wo mich die absolut gigantische Aussicht wieder ein bisschen
wacher gemacht hat. Insgesamt kriegt das Luxor von mir gute Noten, nur muss man
vom Parkplatz aus erst mal quer durchs Casino um in die Zimmer zu gelangen und
man sollte tunlichst nichts vergessen und schon gar nicht zwei Sachen am selben
Abend......
Um halbwegs
wach zu bleiben sind wir erst mal ins Mandalay Bay spaziert und haben uns die
vielen viel zu teuren Läden angeschaut bevor es nach einem Fast Food Essen und
einer langen Dusche ins Bett ging.
Tag 2
Las Vegas
Las Vegas am
Morgen ist wie Las Vegas am Abend, man weiß in den Hotels sowieso nicht, welche
Tageszeit gerade ist. Ständig machen die Slot Machines Pling Pling und im
Dämmerlicht verzocken die Leute als Urlaubsspaß jede Menge Dollars. Das erste
Frühstück in Las Vegas muss natürlich bei Dennys sein, eine riesige Schüssel
Haferschleim nicht nur weil ich mit Bacon Strips und Hash Browns am Morgen so
wenig anfangen kann wie mit der Schweinshaxe...allein das Gesicht der Bedienung
ist die Bestellung wert (häääääh, haben wir so was auf der Karte?). An den
Nebentischen sitzen echte Amis (Supersize Me) und draußen zeigt sich die Sonne –
Zeit fürs Einkaufen! Der Zug durch das Fashion Outlet und die Fashion Show Mall
hinterließ nichts als eine leicht warme Kreditkarte, geglüht hat sie erst in
einem der wunderbarsten Läden von ganz Las Vegas: SANRIO!!!! Hello Kitty in
allen Farben und Varianten du so viel Zeug, dass ich nicht mehr raus
wollte....man musste mich schleifen, aber nicht ohne eine riesige, bunte Tüte
(bin eben eine moderne Jägerin).

Der restliche
Tag ging recht schnell vorbei, den Strip rauf und runter, im Treasure Island
vorbeisehen, über den Markusplatz im Venetian schlendern und Las Vegas
bestaunen. Zur Belohnung gab’s dann abends nach einer halben Stunde Schlange
stehen Sushi bis zum Umfallen beim Buffet im Bellagio (absolut empfehlenswert,
allein schon wegen der Auswahl an Sushi).
Abends im
Hotelzimmer kam langsam meine Erinnerung zurück oder sollte ich sagen meine
unerschütterlichen Vorurteile? Amis tragen weiße Socken (nein, mal nicht die
Deutschen) sind auch ansonsten ziemlich mies angezogen und fressen wie die
Scheunendrescher.
Tag 3
Las Vegas – Mesquite – St. George - Hurricane
Was macht man
schon außer Spielen und 99 Cent Margheritas trinken an einem Urlaubstag in Las
Vegas? Genau, einkaufen und zwar schon wieder. Diesmal im Belz Factory Outlet,
das inzwischen relativ klein ist und außer diesem faszinierenden Wahlmaschinen
nicht wirklich was zu bieten hatte. Diese Wahlmaschinen waren der erste Hinweis
auf die bevorstehenden Neuwahlen und bei dem Anblick der durchschnittlichen
Wählen war ich ziemlich sicher, wer am 5.November gewinnen würde.

An unserem
letzten Tag in Vegas mussten wir noch im Aladdin und im Paris vorbeischauen, da
die beiden Hotels innen einfach ziemlich schön gemacht sind und sich ein Besuch
jedes Mal wieder lohnt. Nach einem letzten Blick auf den Strip ging es dann raus
aus Vegas und auf die Suche nach einem Supermarkt um die ersten Sachen fürs
Camping einzukaufen. Mit jedem Kilometer, den wir uns von Vegas entfernten wurde
das Wetter mieser bis es anfing unendlich zu schütten. Nach relativ kurzem
Überlegen wurde daher die erste Übernachtung im extra gekauften neuen (vor allem
dichten) Zelt im Valley of Fire gestrichen. Statt dessen überfielen wir einen
Supermarkt und suchten uns auf dem Weg Richtung Zion NP ein Motel. Im Nachhinein
hätte mir nichts Besseres passieren können, da ich mich mit einem Mordsschädel,
Halsweh und gedopt mit amerikanischen Wundermittelchen um 8 ins Bett gelegt hab.
Tag 4
Hurricane – St. George – Springdale – Zion NP
Ein Blick aus
dem Fenster und das Wetter war genauso gnadenlos mies wie am Tag zuvor, immerhin
war mein Kopf halbwegs erträglich, was ich allerdings den Tabeltten zu verdanken
hatte. Auf der Suche nach Regenjacken fuhren wir erst mal wieder zurück ins
nächste größere Kaff namens St. George, leider nicht groß genug für einen Laden
mit Regenjacken. Durch den Regen und mit der Aussicht auf mehr Regen in den
nächsten Tagen brachte uns Smudo (jedes Auto muss getauft werden!) nach
Springdale und in den Zion NP. Eigentlich hatten wir einiges im Park vor. Zuerst
mal wollten wir 2 Tage zelten (immerhin wäre der Zeltplatz leer gewesen) und
eventuell in die Narrows wandern, leider waren die Narrows aber wegen starker
Überflutungsgefahr gesperrt. Dasselbe galt für den Hidden Canyon, den wir
eigentlich auch an einem halben Tag durchwandern wollten. Auch rauf zu Angels
Landing, wo ich mir beim letzten Mal einen Sonnenstich geholt hatte konnten wir
nicht, wahrscheinlich hätte uns der Regen glatt den Weg runtergespült.

So blieb es
bei einem Minimalprogramm und nassen Schuhen, aber immerhin haben wir
Wasserfälle gesehen, die vielleicht nur einmal im Jahr bei starkem Regen
auftreten. Übernachtet haben wir dann in der Terrace Brook Lodge, dem mit
Abstand günstigstem Motel mit Flair – zumindest die Besitzerin ist absolut
niedlich mit ihrer selbstgehäkelten Jacke. Auch an diesem Abend war mit mir
nicht anzufangen, halb krank und mit kalten Füßen.
Tag 5
Zion NP – Mt. Carmel Junction – Hatch – Bryce Canyon - Tropic

Ratet mal wie
das Wetter war! Richtig es hat geregnet und das Abklappern sämtlicher
Supermärkte und Läden war ergebnislos, alle Regencapes ausverkauft. Also wieder
die trockenen Sachen übereinander schichten und mit dem Shuttle Bus noch einmal
die Runde fahren, die Wasserfälle waren über Nacht noch einmal angewachsen und
vor allem die Lower Emerald Pools Wasserfälle ein ziemlich beeindruckend
Spektakel. Statt dem sonst üblichen Rinnsal ergossen sich Wassermassen über die
Felsvorsprünge und sprühten feinsten Nebel ins Tal. Auch der sonst relativ
uninteressante Weeping Rock muss extrem traurig gewesen sein und heulte wie ein
Schlosshund. Da unserer Plan im Zion buchstäblich ins Wasser gefallen war
machten wir uns frühzeitig über Carmel auf in Richtung Bryce Canyon, immer in
der Hoffnung auf besseres Wetter. Hätte ich doch bloß nicht gesagt, ich wer froh
wenn’s nicht mehr regnen würde....auf der Fahrt zum Bryce wurde mir mein
Wunscherfüllt....statt Regen fiel Schnee und zwar nicht gerade wenig.
Entsprechend war auch die Auentemperatur womit sich die Campingpläne im Bryce
genauso wie im Zion erledigt hatten. Am Bryce Canyon hatten wir noch nie viel
Glück mit dem Wetter aber immerhin hatten wir niemals unter 25 Grad! Diesmal
war’s dann doch ein wenig ungemütlicher und selbst die 5 Kleiderschichten
übereinander halfen nicht viel gegen die schneidende Kälte. Mit jedem Höhenmeter
auf der Parkstraße wurde der Schnee höher und die Flocken tanzten nur so um uns
herum.

Auf 2.600 m am
Farview Point waren wir dann allein auf einem Parkplatz, wo normalerweise das
Chaos herrscht. Der Schnee lag 30cm hoch und die Stille gab dem ganzen eine
völlig surreale Atmosphäre. Bei jedem Schritt knirschte der Schnee und die
Aussicht in den Canyon sah aus wie in einem Geisterfilm. Kurz hinter dem
Aussichtspunkt wurde die Straße bereits aufgrund des Wetters gesperrt und wir
musste umdrehen und uns für die Nacht ein Motel suchen. Gefunden haben wir dann
ein Zimmer in Tropic – mitten in Howdy-Land (benannt nach
der ortsüblichen Begrüßung).

Tag 6
Tropic - Bryce Canyon – Tropic – Escalante – Hole in the Rock – Boulder –
Caineville - Hanksville
Howdy How es
regnet nicht und man kann einige Fetzen blauen Himmels entdecken. Also kurz mal
zurück zum Bryce Canyon und die verschneite Landschaft mit Sonne genießen, was
vor allem teperaturmäßig um einiges angenehmer war. Leider war aufgrund des
Wetters der Weg in den Canyon sowie restliche Parkstraße noch immer ab Farview
Point gesperrt.

Weiter ging es dann nach
Escalante wo kurz hinter der Stadt die Hole in the Rock Road abzweigt.
Ausgerüstet mit GPS, Buch und vielen Seiten Ausdruck aus dem Internet wollten
wir ein bisschen Slot Canyon klettern gehen. Betonung liegt wohl gemerkt auf
wollten denn auch wenn’s am sogenannten Devils Garden noch blauen Himmel gab,
zogen die Wolken ziemlich schnell in unsere Richtung. Geschafft haben wir nur
einen kurzen Abstecher zum Dry Fork Canyon bevor wir dann aufgrund der Gefahr
einen plötzlichen Flut kehrt machen mussten. Statt 2 Tagen Slot Canyons und
zelten also ab ins Auto und über die teilweise holprige Straße im gut gefederten
Amikarren wieder auf den Highway. Auch die Pläne müssen auf die To Do Liste des
nächsten USA-Urlaubs...und der kommt bestimmt denn die Liste ist lang!

Durch öde
Landschaft, vorbei an recht nettern Campground wie z.B. Calf Creek ging es über
Boulder nach Hanksville. Bereits einige Meilen vor Hanksville kommt man sich vor
wie in einer Mondlandschaft, in Kombination mit der untergehenden Sonne und den
vielen Wolken sah es gespenstisch aus, vielleicht heißt der einzige Campground
dort deswegen Sleepy Hollow.
Tag 7
Hanksville – Goblin Valley – Green River – Crecent Junction – Moab – Canyonlands
NP Island in the Sky - Moab
Neuer Tag und
mal nicht gleich morgens Regen, das nenne ich gutes Wetter. Kurzer Stopp an der
Tanke um sich mit Kaffee zu dopen und Weiterfahrt zum Goblin Valley, das
eigentlich laut Reiseführer nur über eine Hoppelpiste zu erreichen sei. Tja der
Reiseführer ist eben nicht mehr ganz aktuell, die Straße ist ausgebaut und das
Goblin Valley inzwischen State Park, kostet also 5$ Eintritt. Im großen und
ganzen lohnt sich der Abstecher in jedem Fall, da die kleinen Gnome vor allem
vormittags wirklich superschön beleuchtet werden. Um wenigstens mal ein bisschen
was draußen zu machen, liefen wir den unglaublich abenteuerlichen Carmel Canyon,
immerhin ein kleiner Slot Canyon!

Bis auf Green
River an der Kreuzung in Richtung Moab lag ein bisschen Fahrt vor uns bevor wir
gegen Nachmittag endlich an der Einfahrt zum Arches NP ankamen. Wie schon
befürchtet bekamen wir keinen Platz mehr auf dem Campground und das am ersten
Tag mit gutem Wetter! Ausweichcampground gibt es in Moab genügend, wir haben uns
für den Sands Flat entschieden. Dieser CG liegt fast genau neben dem berühmten
Slick Rock Trail, dem Traum aller Mountainbiker und mein persönlicher Alptraum.
Keine zehn Pferde würden mich da hinkriegen, allein vom Zusehen bekam ich
nämlich Höhenangst. Solltet Ihr den Sands Flat je in Moab suchen, bitte nicht
nach Schildern Ausschau halten, das ist nämlich nutzlos. Am besten fährt man
immer dem Schild Recyling Station nach, dann immer die Straße weiter bis um
Eingang des Sands Flat State Park. Um den Tag mit blauem Himmel zu nutzen fuhren
wir nachmittags in den Island in the Sky Distrikt des Canyonlands NP, ein
absolutes Muss. Die Aussicht auf den Green und Colorado River ist genauso
gigantisch wie die Aussicht auf das Plateau unterhalb des Aussichtspunktes. Vor
allem bei Offroadern ist Canyonlands extrem beliebt, immerhin gibt es über
100km Offroad Pisten, die auch von Mountain Bikern befahren werden dürfen.
Zurück auf dem Campground widerstanden wir nicht wirklich lange der Kälte und
verkrümelten uns schnell in den Schlafsäcken.
Tag 8
Moab – Arches NP - Moab
Tja für jeden
Tag gutes Wetter muss man büßen, kaum wach ich auf hör ich die Regentropfen aufs
Zelt prasseln. Schnell das Zelt abbauen und irgendwie im Auto verstauen ohne das
alles pitschnass wird. Mit nassem Zelt, nassen Klamotten und einer ziemlich
miesen Laune fuhren wir dann zum Arches Visitor Center um uns die obligatorische
Parkkarte zu besorgen. Und siehe da, der Campground war nicht voll und wir hätte
theoretisch noch einen Platz auf einem der schönsten Campgrounds im Wester der
USA bekommen können. Hier möchte ich noch kurz erwähnen, dass der Campground
ganz hinten im Park ist und die Plätze direkt am Eingang vergeben werden.
Normalerweise erhält man vorn am Eingang den Umschlag für die Camping Gebühren
muss dann schleunigst zum Platz fahren und sich dort aussuchen, wo man campen
möchte. Dann schnell die Gebühr eintüten und fertig. In der Regel ist der Platz
im Sommer um 7 Uhr morgens voll, nur ab Oktober hat man Chance auch noch Mittags
einen der heiß begehrten Plätze zu bekommen.

Trotz dicker
Wolken blieb es vorerst trocken, so dass wir uns den am Weg liegenden Balanced
Rock in Ruhe ansehen konnten. Beim Umrunden der Windows Section gleich in der
Nähe des Balanced Rocks zeigten sich zum ersten Mal an dem Tag die Sonne, was
die Farben der Felsen in herrlichste Rottöne verwandelt. Was meiner Meinung nach
ein absolutes Muss ist, das ist die Wanderung zum Delicate Arch, bloß nicht die
Fahrt zum dazugehörigen Aussichtspunkt. Der Weg führt über Slickrock auf
teilweise schmalen Pfaden hinauf zum Wahrzeichen des Arches NP, das man erst
nach der letzten Biegung zum ersten Mal erblickt. Umso schöner ist die Aussicht
auf die Berge im Hintergrund und den Felsbogen im Vordergrund.

Zusammen mit
einiges anderen Touris, zwei Fotografen mit Plüscheisbär und einer Familie
Streifenhörnchen haben wir die Aussicht einige Zeit genossen, bevor es zurück
zum Parkplatz ging. Nächster Stopp auf Parkstraße war Devils Garden, ein Gebiet
mit einigen Felsbögen, an deren Ende der Double Arch liegt. Kurz hinter dem
Landscape Arch wir der Weg ein bisschen enger und man muss über einiges Geröll
klettern um weiterzukommen.

Spaßig fand
ich die Lauferei bis kurz vor den Double Arch (6mi einfach) wo es dann auf einem
recht schmalen Felsrücken weiterging...Augen zu und nicht dran denken, dass es
rechts und links 5m runtergeht. Der Weg lohnt sich in jedem Fall, die vielen
Felsbögen sind genauso sehenswert wie die Landschaft ringsrum, vor allem die
vielen knorrigen Kiefern. Vorbei an dem Aussichtspunkt Fiery Furnace fuhren wir
dann auf der Parkstraße zurück in Richtung Moab und in Richtung Motel. Campen
war mal wieder gestrichen, der Wetterbericht sagte mal wieder Regen voraus.
Tag 9
Moab – Canyonlands NP Needles District
Nach einem
australischen Pancske Frühstück fuhren wir bei mäßig gutem Wetter (immerhin
regnete es nicht ununterbrochen) in Richtung Süden zum Needles District des
Canyonlands NP. Um ehrlich zu sein hab ich mir von dem doch recht weiten
Abstecher nicht allzu viel versprochen aber ich wurde eines Besseren belehrt.
Die Abzweigung führt hinein in ein Tal, das sich langsam wieder verbreitet und
die Sicht auf die Needles in der Ferne freigibt. Die dicken Wolken rissen
teilweise auf und es kam blauer Himmel zum Vorschein. Der Newspaper Rock ca.
15mi vor der eigentlichen Parkgrenze ist recht nett, aber nicht der absolute
Brüller.

Genau das
Gegenteil kann man vom Campground Squaw Flat sagen, superschöne Stellplätze mit
verschwenderisch viel Platz und mindestens einer kleinen Privathöhle. Zum Glück
spielte das Wetter mit, so dass wir gemütlich das Zelt aufbauen konnten und uns
vom Trailhead Parkplatz aus auf den Weg zum Chesler Park machen konnten. Leider
mussten wir den Plan dorthin zu fahren schnell aufgeben, denn nur wer einen
wirklich geländetauglichen Wagen hat, fährt die schwierigste Offroad-Strecke
Utah’s...mit unserer Plastikschüssel hatten wir einfach keine Chance. Zu Fuß
marschierten wir bei Sonnenschein los und ich war mit jedem Schritt begeisterter
von der Landschaft der Needles. Die Wege sind mit Steinmännchen gut markiert und
führen über Felsen, durch kleine Schluchten und Plateaus. Chesler Park ist ein
Plateau mit üppig grüner Vegetation, durch das schmale Trampelpfade führen. Da
wir uns für relativ schnelle Hiker hielten beschlossen wir noch weiter bis zum
Joint Trail, einer knapp schulterbreiten Schlucht zu laufen. Solltet Ihr jemals
im Needles District sein unbedingt zum Joint Trail gehen, es lohnt sich! Gut im
Nachhinein betrachtet waren wir einfach zu spät losgelaufen und hatten die
Entfernung unterschätzt, so dass wir den Rückweg über die Offroad Piste machen
mussten. Es wurde langsam aber sicher dunkel, nach 15mi taten uns die Füße weh
und das Laufen über die Piste war schon schwierig, ich frage mich ob man da
wirklich mit dem Auto fahren kann. Ziemlich kamen wir nach den Sonnenuntergang
wieder am Auto an und machten uns danach einen gemütlichen Abend. Gesondert
erwähnen muss ich noch das Waschhaus des Campgrounds, überdurchschnittlich!
Tag 10
Canyonlands NP Needles District

Ausschlafen....und aufgrund des Sonnenscheins die Entscheidung noch einen Tag
und eine Nacht länger hier zu bleiben. Da man außer Wandern und Offroadpisten
fahren nicht viel machen kann (wenn man nicht amerikanisch blöd in der Gegend
rumsitzen will) beschlossen wir diesmal den Big Spring Canyon Loop zu laufen.
War ziemlich öde die Latscherei, vor allem da die Landschaft nicht wirklich mit
den richtigen Needles mithalten kann. Der Canyon an sich ist sandig und bis auf
die ersten 2 mi, wo man wenigstens mal seine Höhenangst bekämpfen muss und auch
mal ein bisschen klettern darf ist dieser Weg nicht wirklich interessant.
Insgesamt ist die Strecke auch ca. 12mi lang...ich würde eher empfehlen Richtung
Canyon Overlook zu laufen. Leider hatten wir dazu dann zu wenig Zeit und mussten
uns mit den Aussichtspunkten begnügen was auch dank Plastikschüssel nicht ganz
geklappt hat. Der Aussichtspunkt Colorado Overlook ist nur über eine 20mi
Schotterpiste zu erreichen, von der die ersten 10mi auch ganz ok sind. Danach
folgen Abschnitte mit steilen Felspassagen, bei denen wir dann leider
kapitulieren mussten. Als kleine Entschädigung gab es einen gemütlichen Abend am
Lagerfeuer.
Tag 11
Canyonlands NP Needles District – Moticello – Blanding – National Bridges
National Monument – Goosenecks State Park – Mexican Hat – Monument Valley -
Kayenta
Zeit Tage am
Stück gutes Wetter und an diesem Tag bekamen wir die Revanche – Regentropfen als
Wecker. Schnelles Zusammenpacken und Abschied nehmen von den Needles, meinem
persönlichen Highlight. Die Fahrt Richtung Monument Valley war relativ
ereignislos, wenn man von dem miesen Wetter absieht, an das wir uns aber bereits
gewöhnt hatten. Wer den Weg nach Monticello abkürzen will, fährt nicht wieder
auf den Highway sondern biegt 10mi nach dem Newspaper Rock rechts ab in Richtung
Manti La Salle National Forest, spart ca. 20 mi. Auf der Strecke Richtung Süden
bietet sich ein Abstecher zum Natural Bridges National Monument an, 3 vom Fluss
in die Felsen gegrabene Brücken, die wirklich sehenswert sind. Bestimmt ist auch
die Wanderung durch das Tal lohnenswert, allerdings nur bei gutem Wetter
empfehlenswert. Den kurzen Weg zu den Cliff Dwellings kann man sich sparen, von
der Straße aus erreicht man sowieso nur einen Overlook du braucht gute Augen und
einen ziemlichen Zoom um was erkennen zu können.

Auf dem Weg
zum Monument Valley hatten wir endlich die Gelegenheit auch einmal am Gooseneck
State Park Halt zu machen. Seitdem uns bei unserer zweiten Amerikareise ein
Biker davon erzählt hatte, wie schön es dort sei, wollten wir es endlich mal mit
eigenen Augen sehen. Uns ich muss zugeben, dass der Kerl echt recht hatte, nur
zelten würd ich dort nicht unbedingt gerne, zu 99% wird man nämlich samt Zelt
weggeweht. Der Wind am Gooseneck, wo sich der Fluss in die Felsen
hineingefressen hat, ist ständig präsent und macht es einem schwierig den
Fotoapparat grade zu halten. Auf einer Strecke von 3km legt der Fluss in
Schlangenmanier 6km zurück und die Aussicht auf die Mäander ist atemberaubend.

Die
Wolkendecke war inzwischen noch dicker geworden, so dass die Felsen des Monument
Valley in eintöniges grau getaucht waren. Nichtsdestotrotz fuhren wir die Runde
durchs Tal und genossen trotz miesen Wetters die schöne Sicht auf die einzelnen
Felsen. Nach einem sehnsüchtigen Blick auf den Campground und den Himmel
beschlossen wir weiterzufahren und uns in Kayenta auf Motelsuche zu begeben.
Dazu zwei Ratschläge: Immer campen wenn Ihr dort in der Nähe seid und immer bei
gutem Wetter hinfahren, damit man campen kann. Sonst wird man nämlich viel Geld
los, hat dafür aber ein warmes Bett.
An diesem
Abend beobachtete wir noch eine totale Mondfinsternis, zumindest sofern der Mond
zwischen den Wolken hervorlugte.
Tag 12
Kayenta – Tuba City – Cameron – Grand – Williams – Flagstaff – Oak Creek Canyon
– Sedona - Flagstaff
Soll ich’s
schreiben oder nicht....Regen! Frühstück halb im Stehen (Continental Breakfast....bleibt
unkommentiert) und dazu ein schlecht gemachter Indianerfilm, den man
selbstverständlich auch gleich kaufen konnte. Best Western Kayenta – Prädikat
wegbleiben. Die Weiterfahrt zum Grand Canyon über Tuba City und Cameron war dann
auch sehr interessant, denn kaum hatte ich wieder mal gesagt ich könnte keine
Regen mehr sehen war er weg, es schneite dann nämlich wie blöd. Je näher wir dem
Desert View Eingang des Grand Canyon NP kamen desto wilder tanzen die
Schneeflocken um uns herum. Der eigentlich Eingang war nicht einmal besetzt und
wir wunderten uns sehr über die neue Straßenführung, es hatte sich einiges getan
seit unserem letzten Besuch. Beim Watchtower ist ein riesiger Parkplatz anleget
worden, es gibt einen zusätzlichen Laden und die Einfahrt zu unserem
Lieblingsgcampground haben wir nicht mal gefunden. Gut wir wollten sicher nicht
campen (geschweige denn aus dem Auto raus) aber ich hätte gerne meiner
Sterne-Guck-Bank hallo gesagt. Völlig durchgefroren und mit nassen Schuhen
machten wir uns auf den Weg zum Visitor Center und das diesmal ohne stopp an
irgendwelchen Aussichtspunkten: Es gab nämlich nichts zu sehen. Sichtweite in
den Canyon ca. 20m, Schneegestöber und Sturmböen. Perfektes Wetter für einen
schönen Tag am Grand Canyon. Auch am Visitor Center ist gebaut worden, so dass
man wir uns absolut nicht mehr zurecht fanden, immerhin konnten wir uns im Laden
dort ein bisschen aufwärmen. Aufgrund des Wetters beschlossen wir die 50mi nach
Flagstaff zu fahren und uns dort ein Motel zu suchen. Gesagt getan, vorbei an
Bedrock City nach Flagstaff, wo wir uns ein Motel in der Lucky Lane suchten
(hier gibt es billigere Motels als sonst wo in de Stadt, an den Autolärm und die
Güterzüge gewöhnt man sich schnell, alternativ einfach den Heizlüfter anwerfen,
das übertönt alles). Da es erst Nachmittag war, machten wir noch einen Abstecher
in die Flagstaff Mall (warm) und fuhren dann weiter durch den Oak Creek Canyon
nach Sedona. Die wabernden Nebelschwaden machen das Tal nicht weniger schön und
ich kann jeden verstehen, der sich dort ein nettes und bescheidenes Häuschen
hinbaut. Allerdings ist der ganze Canyon gepflastert mit Häusern, Motels und
sonstigem und ist ein beliebtes Wochenendziel für Leute aus der Region. Sedona
liegt übrigens ca. 1000 Fuß niedriger als Flagstaff, so dass das Wetter ein
wenig angenehmer war und wir endlich wieder im Regen standen. Der erste Eindruck
von Sedona war sehr positiv und wir beschlossen am übernächsten Tag einen etwas
ausgedehnteren Stopp einzulegen. In der Dunkelheit ging es dann über den Highway
(zig Unfälle wegen Glätte) wieder zurück nach Flagstaff.
Tag 13
Flagstaff – Grand Canyon NP – Williams - Flagstaff
Sonne, man
glaubt es kaum. Bei Sonnenschein fuhren wir dann erneut zum Grand Canyon, der
uns für die 50 mi Fahrt mit einem atemberaubenden Ausblick belohnte. Leider war
es immer noch schweinekalt, so dass wir auch den Plan hineinzulaufen
aufgaben....das nächste Mal vielleicht endlich. Was mich völlig verblüfft hat,
waren die vielen Leute die unterwegs waren.

Normalerweise
war nicht mal in den Sommermonaten so viel los wie an diesem Tag. Die Tour mit
dem Shuttle Bus bis zu Hermits Rest und zurück haben wir natürlich gemacht,
allein schon um die verschiedenen Ausblicke auf den Grand Canyon und den
Colorado River genießen zu können. Ich war dieses Mal dazugezählt schon 3 Mal am
Grand Canyon – bin aber immer noch genauso begeistert wie beim ersten Mal.

Die Rückfahrt
nach Flagstaff war wieder relativ langweilig (Strecke über Williams ist
schneller, wenn auch nicht kürzer), diesmal versuchten wir unser Motelglück an
der Hauptstraße mussten dann aber feststellen, dass die Preise dreimal so hoch
waren wir in der Lucky Lane und testeten einfach noch ein Hotel dort. Abends
gab’s dann Sushi aus dem Supermarkt und einen genauso lauten Heizlüfter.
Tag 14
Flagstaff – Oak Creek Canyon – Sedona – Cottonwood – Camp Verde
Schon wieder
Sonne, richtig unheimlich. Weiter Richtung Süden und Sedona, wieder durch den
Oak Creek Canyon, der bei gutem Wetter noch schönes ist als bei Nebel. Die roten
Felsen sind mit grünen Bäumen bewachsen, die beide einen herrlichen Kontrast
bilden. Rechts und links der Straße stehen wie schon gesagt Blockhäuser en masse
und da wir freitags unterwegs waren, kamen die ersten Wochenendtouris ins Tal
geströmt. Zu erwähnen ist der sogenannte Red Rock Pass den man kaufen muss
(überall stehen kleine Automaten), damit man überhaupt irgendwo im Park parken
darf. Es lohnt sich aber in jedem Fall die 5$ zu investieren und auch mal ein
bisschen in die Canyons reinzulaufen oder auch auf den ein oder andern Berg zu
klettern. Wir haben uns dazu entschieden an der Midgley Bridge zu parken und den
Weg in den Wilson Creek zu laufen. Endlich gab’s wieder frische Luft und blauen
Himmel, dazu noch Bewegung und Natur. Die Aussicht vom hinteren Teil des Creeks
ins Tal und bis nach Sedona ist herrlich und macht es schon verständlich, wieso
so viele Leute hier wohnen wollen.
Was sicht
übrigens nicht lohnt ist ein Abstecher zum Slide Rock State Park bestehend aus
Apfelbäumen und drei Pools....überwältigend langweilig und dazu nicht mal
umsonst.
Sedona, ja das
Kaff sah auf den ersten Blick besser aus als auf den zweiten. Die zahlreichen
Läden bieten Cowboyhüte, Cowboystiefel und furchtbare hässlich T-Shirts an,
abgesehen davon gibt es noch eine Chocolate Factory, bei man sich dann in die
passenden Westernklamotten in amerikanischen Größen futtern kann. Die Gebäude
der Stadt sind alle in Erdfarben gehalten und selbst das McDonalds M ist nicht
gelb sondern terrakottafarben. Mehr kann ich nicht zu Sedona sagen, der erste
Eindruck täuscht eben doch. Der vielbeschrieben Red Rock Canyon, das ist auch
ein kleiner Witz denn der Canyon besteht aus einer Loop Road die von der Straße
abzweigt und wieder auf dieselbe einmündet. Vorbei an Wohnhäusern geht es auf
einer Schotterpiste ein bisschen durch die Pampa und man hat eine nette Aussicht
auf das Tal, in das Sedona eingebettet ist, das war’s aber auch schon.
In der Nähe
liegt der Dead Horse State Park, auf dem wir geplant hatten zu übernachten. Das
ließen wir dann aber angesichts der Wucherpreise und der wirklich abartig
hässlichen Stellplätze lieber sein und gondelten weiter zu einem Campground
namens Clear Creek, der in der Nähe von Camp Verde zu finden sein soll. Dank der
super Ausschilderung landeten wir aber nach einmal Verfahren und 20mi
Schotterpiste kurz vor Sonnenuntergang auf dem Beaver Creek Campground, rund 20
mi nördlich von Camp Verde und nur 3mi vom Highway entfernt. Wir hatten Glück
hier noch einen Platz zu ergattern, da der Campground zum Einzugsgebiet von
Sedona gehört und entsprechen freitags voll wird. Die Kälte war schneidend und
selbst die gegrillten Marshmallows konnten mich nicht davon abhalten, früh in
meinen Schlafsack zu schlüpfen. Übrigens gibt es auf dem Campground Stinktiere,
die so richtig nett aussehen und bereits an diesem Abend ihr Unwesen treiben
sollten.....
Tag 15
Camp Verde – Phoenix – Tempe – Apache Junction – Tortilla Flat – Burnt Corral
Kein Regen!
Und beim Frühstück stellten wir fest, dass sich so ein Stinktier am vorherigen
Abend an unserem Brot zu schaffen gemacht hatte. Das Brot lag die ganze Zeit
über im Auto aber wir hatten die Heckklappe offen stehen lassen, was in
Stinktierkreisen wohl als Einladung interpretiert wird. Glücklicherweise scheint
das Brot aber geschmeckt zu haben und Skunkie hinterließ keine Duftspur, nur
Brotkrümel im ganzen Kofferraum.
Nach der
sehr kurzen Fahrt auf den Highway ging es weiter Richtung Süden mit Ziel
Phoenix. Rechts und link der Straße tauchten immer wieder riesige RV-Parks auf,
die den Rentnern scheinbar unheimlich gefallen. 30cm Abstand zum Nachbarn,
ständiger Straßenlärm und nichts als Wüste, so sieht wohl der amerikanische
Rentnertraum aus. Je näher man Phoenix kommt desto größer werden die RV-Parks
und desto mehr Palmen stehen zwischen den Trailern, aber richtig schön ists da
trtzdem nicht. Scheinbar ist es aber in der Rente essentiell wichtig, immer viel
mit den Nachbarn smalltalken zu können und den Altersschnitt nicht unter 65 zu
senken....das geht eben in solchen kleinen Enklaven perfekt.
Vor Phoenix
in? liegt nur einen kleinen Abstecher vom Highway entfernt Arcosanti. So genau
sagen was es denn eigentlich ist kann ich beim besten Willen auch nicht. Ich
würde es als ehemalig utopisch angehauchtes Wohnexperiment mit Kommunencharakter
beschreiben. Geplant wurde der Wohnkomplex mit eigener Bäckerei und Cafeteria
von dem Architekten Soleri, der auch sonst ein wenig abgedrehte Entwürfe in der
Arcosanti Gallerie ausstellt. Im Prinzip mag ich so ein bisschen Science Fiction
durchaus, nur der Hippie Charakter ist einfach nicht mein Ding und dann noch ein
guter Schuss Esoterik.... Geld macht Arcosanti nicht nur mit dem Verkauf von
Büchern sondern vor allem mit den Soleri Bells, die außer teuer aussehen wir
überdimensionale japanische Windglocken. Vermutlich verbessen die Soleri Bells
aber das Wohnklima und tragen zum Weltfrieden bei. Sehr verlockend fand ich aber
auch das Angebot für Soleri Himself nackt Modell zu stehen, immerhin bekommt man
selbst eine Skizze umsonst und die Familie auf eine andere Skizze des Modells 3
Jahre lang 25% Rabatt....aber nach 10 Minuten hab ich mich dann doch dagegen
entschieden.

Wieder auf
den Highway und weiter Richtung Phoenix, der Stadt des ewigen Sonnenscheins und
des Einkaufens, darum noch ein schneller Abstecher in die Anthem Outlet Center.
Der Weg quer durch Phoenix war nicht aufregend und auch Donwtown hatte keinerlei
Anziehungskraft, so dass wir auf der 60 Ost gleich wieder ausgefahren sind. Was
allerdings an Phoenix mehr als herrlich ist sind die plötzlich an der Straße
auftauchenden Kakteen, Saguaros wohin man schaut.
Tagesziel
war irgendein Campground Richtung Apache Junction, der Weg dorthin sah auf der
Karte gut zubewältigen aus, so dass wir planmäßig noch den Nachmittag und Abend
auf dem Campground relaxen wollten. Tja, leider zeigen Straßenkarten kein 3D
Profil von Straßen und auch der Straßenbelag wird nicht aufgelistet. Die Straße
schlängelt sich erst langsam aber dann immer irrer in die Berge hinauf, die
Kurven werden enger und nach dem ersten Stausee hört auch die Asphaltierung
ziemlich abrupt auf. Danach gibt es mehrere Passagen mit nur einer Spur und was
man hochfährt, fährt man auch Meter für Meter wieder hinunter. Die Stauseen
reihen sich wie blaue Perlen aneinander und machen die Landschaft zusammen mit
Meer an Kakteen zu einer Augenweide. Endlich schien die Sonne, es gab Seen und
Berge, so hatte ich mir meinen Urlaub vorgestellt. Der Weg zum Burnt Corral
Campground direkt am Apache Stausee zog sich dann doch so lang, dass wir genau
zum Sonnenuntergang am Platz ankamen. Halloween zusammen mit nur einer Hand voll
anderer auf einem traumhaft gelegenen Campground im Hinterland von Phoenix. Das
einzige was noch nervte, war der brutale Wind, der einem beim Marshmallow
grillen die ganzen chemischen Dämpfe des Hightech Feuerholzes um die Nase blies.
Aber immerhin blieben einem so die Moskitos vom Leib! Vor den Schlafen gehen
gabs noch eine kurze Schrecksekunde, als man in der Ferne Donner hören konnte
und Blitze den Nachthimmel erleuchteten, bis auf wenige Tröpfchen blieben wir
aber von den Gewittern verschont und verbrachten eine geisterfreie Halloween
Nacht.

Tag 16
Burnt Cottal – Roosevelt Dam – Tonto National Monument – Claypool – Superior –
Florence – Casa Grande – Gila Bend – Ajo – Why – Organ Pipe National Monument
Bevor ich
irgendwas über diesen Tag schreibe muss ich einfach sagen, dass ich campen
absolut genial finde. Abends gemütlich am Feuer sitzen und den Flammen zusehen
oder einfach nur den funkelnden Sternenhimmel beobachten, herrlich. Nacht
gemütlich eingewickelt in den Schlafsack bei frischer Luft und nach einem langem
Tag tief schlafen und morgens von Vogelgezwitscher aufwachen.....das dachte ich
mir bevor ich Bekanntschaft mit der Fauna an Tag 16 auf dem Weg zum Tonto
National Monument machen durfte. Wir fuhren vom Campground aus los über den
Roosevelt Dam zur Straße, die direkt am Tonto NM vorbeiführt. Vertieft in die
Straßenkarte hab ich nicht wirklich mitbekommen, wieso Michi auf einmal
unbedingt umdrehen wollte weil er was auf der Straße gesehen hatte. Tja, hätte
ich mal weiter auf meine Karte geschaut....denn da saß mitten auf der Straße ein
haariges Etwas mit 8 Beinen, dessen Größe selbst meinen Staubsauger vor
unlösbare Probleme stellen würde. Noch viel schlimmer war aber, dass es sich
bewegte....ich hasse Spinnen! Bereits im Zion gab es so kleine Hinweise über
Paarungszeiten der Taranteln...scheinbar hab ich die völlig verdrängt um meinen
jahrelang antrainierte Beherrschung angesichts dieser possierlichen Tierchen
aufrecht zu erhalten.

Das Tonto
NM hat mich dann erst mal abgelenkt, da ich auf die Cliff Dwellings der Salado
Indianer sehr gespannt war. Hoch oben in eine Nische in den Felsen über dem Salt
River Valley haben sich die Salado Häuser gebaut, in denen bis zu 40 Familien
lebten. Die Bauten sind für ihr Alter (600 – 700 Jahre) erstaunlich gut in
Schuss, was vor allem dem Wüstenklima und dem National Park Service zu verdanken
ist. Im Visitor Center musste ich mir dann eine eingelegte Tarantel ansehen und
mich dann mit dem 20 minütigen Infofilm im zweiten Stock des VC über die
Geschichte der Dwellings beruhigen. Oben befindet sich dann auch der Ausgang zu
den Dwellings, die man über einen steilen Weg erreicht. Die erste Hälfte war ok,
dann kam uns ein englisches Ehepaar entgegen, die ein wenig hysterisch auf den
Boden zeigend und er englisch distanziert interessiert den Boden anstarrend. Bei
mir klingelten sämtliche Tier-Alarm-Glocken und ich entdeckte bald wieder 8
haarige Beine die sich da auf dem Weg bewegten. Ich hab mich dann der
hysterischen Schrei-Fraktion angeschlossen und bis in Sprintmanier an der Stelle
vorbei. Das Vieh war riesig ich meine nicht für meine Verhältnisse riesig
sondern wirklich monströs. Statt wegzurennen musste Michi natürlich mal testen,
wie schnell so ein Spinnchen sein kann und war dann der Ansicht, dass die ha
völlig träge sei. Oben angekommen konnte ich mich vor lauter panischem Umschauen
gar nicht wirklich die Dwellings genießen. Erhalten sind übrigens nicht nur
Teile der Gebäude sondern auch noch Rippen von Saguaro Kakteen, die den
Indianern als Baumaterial dienten und nicht nur den riesigen Kakteen Stabilität
verleihen. Nach eineigen tiefen Atemzügen und dem festen Vorsatz ganz tapfer zu
sein ging es wieder Richtung Parkplatz, vorbei an Tarantel Nummer 1 (nur ein
kleiner Juchzer) und dann saß nach der nächsten Kurve noch so ein blödes Ding.
Die Vollbremsung würde den ADAC Trainer stolz machen und der Schrei stellt jeden
Tarzanschrei in den Schatten. Den Rest des Weges bin ich nur noch gerannt und
hab ich dann geweigert noch mal im Umkreis von 20km aus dem Auto zu steigen. War
aber auch nicht nötig, da in den kleinen Städten entlang der Straße außer
Minenanlagen nichts geboten ist.

Über den
Highway 8 ging es vorbei an Baumwollfeldern in Richtung ?? und von dort zum
Organ Pipe National Monument, das sich nur wenige Kilometer von der
mexikanischen Grenze entfernt befindet. Die Strecke ab ?? ist öde und bis auf
die lauernden Sheriffs (denen ist bestimmt auch langweilig) und die zahlreichen
Boarder Patrol Fahrzeugen gibt es wenig Interessantes. Das Kaff Ajo hat viele
Anbieter für die obligatorische Mexico Insurance, ohne die man mit dem
amerikanischen Auto nicht über die Grenze darf (Mietwägen eh nicht) und nicht zu
vergessen eine Auto Wachanlage, die wir dann am nächsten Tag zur Smudo-Wäsche
angefahren haben. Der nächste Ort auf der Strecke nennt sich Why (Namen haben
meistens eine Bedeutung) fuhren wir dem Sonnenuntergang entgegen und erreichten
wieder einmal viel später als gedacht den Campground inmitten einer
Wüstenlandschaft. Dieser Campground liegt ab vom Schuss und war trotzdem
ziemlich gut besucht und mit knapp 200 Plätzen auch gigantisch groß. Wir haben
uns einen netten Saguaro als „Gartenpflanze“ ausgesucht und nach einer kurzen
Wetteranalyse beschlossen, im Auto zu übernachten – Wind. Vorne alles Gepäck und
hinten die Matten und Schlafsäcke, zum Glück hatten wir ja ein großes Auto mit
separat zu öffnender Heckklappe zur Sternenbeobachtung. In Richtung Mexiko
schillern die hell beleuchteten Grenzanlagen, am Himmel die Sterne und der Mond
beleuchtet die Kakteenlandschaft – genau das nenne ich Naturerlebnis.

Tag 17
Organ Pipe National Monument – Why – Ajo – Gila Bend – Dateland - Yuma
Nach einer
ersten Müllentsorgung fuhren wir den Ajo Mountain Drive ab, der 22 mi Loop Road
durch die Landschaft der Ajo Mountains zur ersten Begegnung mit einem Organ Pipe
Kaktus. Auf den Fotos sehen die Kakteen allein aus wie in jedem Gartencenter in
Deutschland, erst mal man einen Menschen als Vergleich dazustellt sieht man,
dass diese Kakteen mal locker 5m hoch sind und im Falle der Saguaros in ihrer
Lebensspanne von bis zu 200m auch mal 18m erreichen können. Der Ajo Drive führt
zu einigen netten Aussichtspunkten und im hinteren Teil hat man auch die
Möglichkeit ein bisschen zu wandern. Um den Bewegungsmangel der letzten Tage ein
auszugleichen mussten wir natürlich gleich los, zum Bulls Pasture Trail und
zurück über den Echo Canyon. Insgesamt nicht wirklich weit (bis auf Echo Canyon,
der Weg wurde wohl von einem mit Tequila abgefüllten Bullen festgelegt) aber
durch die doch recht netten Wege eine willkommene Abwechslung zum Autositz. Der
Weg ist recht steil, die Büsche haben fiese Stacheln (bei kurzen Hosen recht
unangenehm) und die Kakteen sind anhänglich! Wieso das Ding oben Bulls Pasture
heißt war für mich nicht wirklich ersichtlich aber auch im Trailhead Buch war
jede zweite Eintragung: „Where is the Bull? Den Weg zurück wollten wir durch den
Echo Canyin gehen, sind wir auch nur war die Logik des Weges schon ein bisschen
komisch, mal rechts mal links bloß nie geradeaus. Dafür hat man direkt am Weg
beeindruckende Exemplare von Saguaros und Organ Pipes, die man auch bei 64kg
Freigepäck beim besten Willen nicht einpacken kann. Mit aufgekratzten Beinen und
einem fetten Sonnenbrand landete ich dann wieder im Auto – Sonnenbrand, hätte
mir das einer im Bryce Canyon erzählt hätt ich nur gelacht.

Insgesamt
würde ich den Abstecher zum Organ Pipe nur empfehlen, wenn man genug Zeit hat
und sowieso die Strecke nach San Diego fährt. Im Nachhinein werden wir die
Strecke sicherlich nicht mehr fahren, da es nichts zu sehen gibt und die
Fahrerei sehr eintönig ist.
Zurück zum
Highway, Grenzkontrolle mitten auf dem Highway (versteckte Mexikaner) und Auto
waschen in Ajo bevor wir auf der Interstate 8 weiter Richtung San Diego fuhren.
Rechts und links der Straße wechseln sich dann Dattelpalmen, stinkende Cattle
Farm und Baumwollplantagen ab bevor es einige Meilen vor Yuma dann nur noch RV
Parks aneinandergereiht gibt. Auch hier gilt dasselbe wie in Pheonix, das Klima
mag ja gut sein aber ein bisschen Platz und Privatsphäre würde ich schon gern
haben. Yuma...hier fanden wir das billigste Hotel des Urlaubs (27$) mit den
cleanest rooms in town. Hm, wie sehen denn dann erst die andern Zimmer aus?!?
Ein schlauer Mann sagte einst „You get what you pas for.“ hier also die
explizite Warnung vor dem Palms Inn Motel.
Jetzt hätte
ich doch fast vergessen, dass dieser Tag der 2. November war – Wahl der
amerikanischen Präsidenten oder sollte ich sagen die Wahl zwischen Pest und
Cholera? Verzeiht bitte meinen Sarkasmus aber zwei Wochen Wahlwerbung machen
einen ziemlich fertig. Der eine macht den andern schlecht, der wiederum schwärzt
einen dritten an und allesamt haben weder ein Konzept noch einen Standpunkt. In
Utah ist gottlos wer für Abtreibung ist, in Kalifornien kommt das Verbot des
privaten Waffenbesitzes Gotteslästerei gleich und god bless America. Die erste
Trends bestätigten allerdings die Voraussagen aller – Bush liegt vorn und Kerry
macht Zahnpastawerbung.
Tag 18
Yuma – Imperial Sand Dunes National Recreation Area – El Centro – San Diego
Mission Bay
Yuma, nicht
nur das Palms Inn ist furchtbar und die chinesischen Buffets essbar, auch der
Dennys an der Highwayauffahrt ist der bescheidenste Schuppen. Solltet Ihr nicht
gezwungen sein in Yuma Halt zu machen lieber durchfahren!
Kurz nach
der Stadt hat man vom Highway aus einen kurzen aber guten Ausblick auf das
Imperial Sand Dunes National Monument, dessen schneeweiße Dünen sich wie aus dem
Nichts in die Höhe erheben. Das ganze Gebiet ist vor allem bei Offroadern aber
auch bei Snowboardern beliebt, allerdings kann man sich den Abstecher von der
Straße auf eine der Dünen abschminken, denn man bekommt nur einen 7-Tage-Pass,
der schlappe 20$ kostet! Weiter also auf dem Highway, durch leicht bergiges
Gelände und dann hinunter Richtung Küste, vorbei ein einer Shopping Mall mit
Casino in einem Indianerreservat nach San Diego. Nimmt man die Vororte dazu hat
die Stadt eine riesige Ausdehung, wobei der Hauptkern schon recht überschaubar
ist. Das „Dana on Mission Bay“ hatten wir bereits von Deutschland aus gebucht
und als wir ankamen, musste ich dreimal gucken ob das auch wirklich unser Hotel
war. Swimming Pool, Whirlpool, Palmen, endlich gutes Wetter und dann auch noch
ein bisschen Urlaubfeeling. An der Rezeption stellten wir dann zusätzlich fest,
dass wir wieder eine Stunde gewonnen hatten – andere Zeitzone. Mit der Stunde
zusätzlicher Zeit gab es an diesem Nachmittag noch einen ausgedehnten Shopping
Trip mit einem Absacker in der Fashion Valley Mall bei einer großen Schüssel
japanischer Nudeln (und einer neuen Hello Kitty Tasche).
Zum
Abschluss des Tages genossen wir dann um 22 Uhr noch den Whirlpool.........
Tag 19
San Diego – Tijuana – San Diego
Aufbrauchsteuerung und Restefrühstück damit der Müll endlich komplett aus dem
Auto geräumt und entsorgt werden konnte. Für diesen Tag stand ein Abstecher nach
Tijuana/Mexiko auf dem Plan. Richtung Süden, letzte Ausfahrt vor der Grenze
parkten wir dann auf einem der unzähligen recht teuren Parkplätze. Ein bisschen
planlos folgten wir dem Menschenstrom und standen vor einer Anlage mit 2
Drehkreuzen – die mexikanische Grenze.

Keiner will
irgendwas sehen, denn wer will schon freiwillig nach Mexiko. Gleich hinter dem
Grenzsstreifen beginnt Mexiko und damit eine ganz anderer Welt, wobei Tijuana
mit Sicherheit keine typisch mexikanische Stadt ist. Der Weg zur Avenida de la
Revolucion führt über einen Fluss, der nicht aus Wasser sondern aus Abfall
besteht und entsprechend riecht.

Die Straße
der Revolution bietet nichts revolutionäres – Viagra, Prozac, Sombreros,
Margherita, Tequila und gewebte Decken made in India.

Am
allerbesten sind die als Zebra getarnten Esel, auf denen man sich mit Sombrero
fotografieren lassen kann. Um auch schwere Amis an dieser mexikanische Tradition
teilhaben zu lassen stehen an jeder Ecke Esel, die eben im Notfall den Touristen
untereinander aufteilen. Für mich persönlich war nach 400m auf der Avenida
Schluss mit Lustig, die mexikanischen Verkäufer hab ich nur noch angeschnauzt,
weil sie tierisch aufdringlich sind. Jeder türkische penetrante Teppichverkäufer
ist ein zurückhaltender Japaner gegen die Jungs, die einen fast schon
anspringen. Bis auf einen kleinen Sombrero als Souvenir wurde nichts gekauft
bevor wir schnell wieder zur Grenze wanderten. Der Weg zurück ist ein wenig
komplizierte und vor allem zeitintensiver als der Weg hinein. Vor der
Grenzabfertigung bilden sich schnell lange Schlangen und sowohl Pass als auch
Einkäufe werden kontrolliert, bevor man wieder ins gelobte Land laufen darf. Den
Rest des Mittags und Nachmittags verbrachten wir dann mit den letzten Einkäufen
(Las Americanos Outlet Center gleich neben den Grenze in San Ysidro) bevor es
nach einem Stopp im Hotel zum Sonnenuntergang an den Strand ging.

Am Abend
schlenderten wir noch durch die Old Town San Diego und den Bazaar del Mundo
(gutes Restaurant, sonst nichts) und ich hab mir an dem Abend vorgenommen, nie
wieder schwarze Bohnen zu essen.
Tag 20
San Diego
Letzter
ganzer Tag in San Diego und auch im Urlaub, schnief und wie solls auch anders
sein, das Wetter wird nicht mehr richtig gut. Also genau richtig um sich den Tag
über Downtown San Diego anzusehen, durch die Horton Plaza zu schlendern und noch
mal im Sario Store zu versacken. Gleich in der Nähe der Horton Plaza befindet
sich das historische Gaslamp Quarter wo sich heute Restaurants und kleine Läden
aneinander reihen und der Stadt ein fast europäisches Gesicht geben. Bis zum
Hafen ist es mit dem Auto auch nur ein Katzensprung, wobei man sich den
Abstecher in jedem Fall einplanen sollte. Die alten Fischkutter legen
nachmittags wieder am Kai an, im Hintergrund riesige Kriegsschiffe und die
Skyline von San Diego – gegensätzlicher kann es nicht sein.
Den
restlichen Nachmittag verbrachten wir dann damit, alle Einkäufe in die Koffer zu
stopfen und die letzten Stunden Urlaub zu genießen. Als krönenden Abschluss gabs
dann Sushi bei Kabuki Sushi, nicht auf einem langweiligen Laufband angeboten
sondern auf Schiffchen zu Preisen, von denen man sogar in Japan träumt. Die
mexikanischen Sushi-Chefs haben sich ein Lob verdient, einmal für die Sushi
selbst und auch für ihre überzeugende japanische Schreierei.
Letztes Mal
Whirlpool....unterm Sternenhimmel......
Tag 21
Sam Diego – Detroit - Frankfurt
Auschecken
und das um 5.30 Uhr um auch rechtzeitig das Auto abzugeben und auf dem Flughafen
zu sein. Klappte alles reibungslos und die Kontrollen dauerten nicht ganz so
lang wie erwartet. Vermutlich liegt das an dem neuen High Tech Scanner, der
einen vermutlich bis auf die Unterwäsche auszieht und den Customs Typen den Tag
versüßt. Bei der Handgepäckskontrolle haben sie meine Kosmetiktasche als höchst
verdächtig eingestuft (immerhin hatte ich keinen Kosmetikkoffer) und meine
Nagelschere glatt übersehen, so viel zum Thema Sicherheit.
Der Flug an
sich war wieder ganz in Ordnung und die Verbindung mangels weiterer Kontrollen
auch zeitlich kein Problem. Filme waren in Ordnung nur fand ich es doof, schon
wieder nach Deutschland fliegen zu müssen, wo wir dann am Sonntag Morgen um 7 in
Frankfurt landeten. Der Jetlag hielt sich in Grenzen, was vor allem der Tatsache
zuzuschreiben ist, dass amerikanische Koffeintabletten wirken und ich gleich
montags wieder voll mit Arbeit eingedeckt war.
Ende der
Geschichte Amerika 2004, aber ich habe schon wieder meine neuen Pläne im Kopf,
denn ich will noch auf den Half Dome, durch die Narrows, in den Grand Canyon,
durch die Canyons der Hole in the Rock Road und in jedem Fall wieder nach
Amerika. Wieso – weil ich die weite des Landes liebe und es so viel zu sehen du
zu erleben gibt!
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